Lehrstuhl für Finanzwirtschaft, Prof. Dr. Peter Nippel

Vertragsgestaltung bei Venture-Capital-Finanzierungen

Erschienen in:
Börner, Christoph J. und Dietmar Grichnik (Hrsg.), Entrepreneurial Finance, 2005, S. 325-346.

Abstract:
Ein Finanzierungsvertrag zwischen einem Venture-Capital-Geber und einer (Start-up-) Unternehmung kommt nur zustande, wenn sich beide Seiten zunächst im Hinblick auf die Bewertung der Unternehmung einigen. Typischerweise wird dann aber nicht nur eine einfache Beteiligungsquote vereinbart, sondern eine ganze Reihe z.T. recht komplexer Regelungen in den Finanzierungsvertrag aufgenommen. Dieses Regelungen, die zusammen mit gesetzlichen Bestimmungen die gegenseitigen Rechte und Pflichten des Venture-Capital-Gebers, der Unternehmensgründer und evtl. weiterer Beteiligter (z.B. des Managements) definieren, werden hier zunächst vorgestellt. Anschließend wird aus grundsätzlichen ökonomischen Überlegungen heraus die Existenzberechtigung für die Vielzahl der real existierenden Vertragsklauseln und die Komplexität der in der Praxis verwendeten Finanzierungsverträge im Venture-Capital-Bereich abgeleitet. Hierbei wird insbesondere auf Informationsasymmetrie, heterogene Erwartungen, Hold Up und Moral Hazard abgestellt. Die damit verbundenen Probleme sind bei typischen Venture-Capital-Finanzierungen i.d.R. besonders stark ausgeprägt.