Lehrstuhl für Finanzwirtschaft, Prof. Dr. Peter Nippel

Tracking Stocks: Ein Beispiel für eine problematische Abkehr vom One-Share-One-Vote-Prinzip aus der Zeit des High-Tech- und Dot.com-Booms

Erschienen in:
ZfB (Zeitschrift für Betriebswirtschaft), Ergänzungsheft 4/2004

Zusammenfassung:
Tracking Stocks sollen den finanziellen Erfolg einer einzelnen Geschäftseinheit abbilden und entsprechende Anwartschaften handelbar machen. Wir analysieren die Gefahren und Nachteile, die mit einer fiktiven Aufspaltung der Unternehmung durch die Emission von Tracking Stocks einhergehen. Aufgrund verschiedener Defekte der resultierenden Governance Struktur ist von der Verwendung dieses Instruments abzuraten. Im Kern liegt das Problem darin, dass verschiedene Aktiengattungen geschaffen werden, die sich nicht in ihren Stimmrechten, dafür aber in ihren Cashflow-Rechten unterscheiden. Damit resultiert eine Abkehr vom One-Share-One-Vote-Prinzip. Diese ist, wie der in der Literatur bereits behandelte komplementäre Fall mit der Konzentration von Stimmrechten bei einer Aktiengattung, eine Quelle für Fehlanreize.