Lehrstuhl für Finanzwirtschaft, Prof. Dr. Peter Nippel

Eine Theorie der Beteiligungsfinanzierung und Kapitalstruktur bei Vertragsunvollständigkeit und Anreizproblemen: Die Bedeutung der Möglichkeit zur Verwässerung von Zahlungsansprüchen - Peter Nippel

Erschienen in:
Franke, Günter und Helmut Laux (Hrsg.): Unternehmensführung und Kapitalmarkt, Festschrift für Herbert Hax, Berlin 1998,
S. 253-284.

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Zusammenfassung:
Bekannt ist, daß dem Einsatz von Beteiligungskapital wesentliche Bedeutung im Hinblick auf die Risikoteilung zukommt. Bei näherer Betrachtung ist es jedoch keineswegs selbstverständlich, daß das unternehmerische Risiko vor allem von den Beteiligungsgebern getragen wird. Würden den Kreditgebern so hohe Zahlungsansprüche eingeräumt, daß diese in keinem Zustand befriedigt werden könnten, trügen sie das gesamte Risiko der Unternehmung.

Gezeigt wird, daß der Einsatz von Beteiligungskapital einer solchen "reinen Kreditfinanzierung" selbst dann überlegen sein kann, wenn letztere nicht mit ex-post-Ineffizienzen (wie z.B. auch Konkurskosten) verbunden ist. Dabei erweist sich als bedeutsam, daß die Zahlungsansprüche der Beteiligungsgeber im Gegensatz zu denen der Kreditgeber durch zusätzliche Kapitalaufnahmen verwässert werden können, weil sich die Ansprüche der neu hinzukommenden Kapitalgeber nicht auf die Einzahlungen aus zusätzlichen Projekten beschränken, sondern aus dem gesamten Cash Flow der Unternehmung zu bestreiten sind. Dies spricht zunächst gegen den Einsatz von Beteiligungskapital, stellt sich jedoch in einem Modell, in dem das Management nicht nur über zusätzliche Investitionen und die dafür erforderliche Kapitalaufnahme, sondern auch über den eigenen Arbeitseinsatz zu entscheiden hat, unter Anreizaspekten als vorteilhaft heraus. Dabei wird auch deutlich, wie sich die zu erwartende zukünftige Investitionssituation der Unternehmung auf die optimale Kapitalstruktur auswirkt.

Ausleihe:
Seminarbibliothek: Signatur B 4-3-256
Institut für Weltwirtschaft: Signatur B 301275