Lehrstuhl für Finanzwirtschaft, Prof. Dr. Peter Nippel

Aktienrückkauf, Kapitalverwässerung und die Bedeutung von Transferable Put Rights

Erschienen in:
Manuskripte aus den Instituten für Betriebswirtschaftslehre, Nr. 594 (Juni 2005)

Abstract:
Wir betrachten sog. Transferable-Put-Rights (TPRs), die im Rahmen eines Aktienrückkaufs per Tender-Offer den Aktionären gewährt werden können und als das spiegelbildliche Äquivalent zu den in Deutschland traditionell bei Kapitalerhöhungen ausgegebenen Bezugsrechten anzusehen sind. Zunächst stellen wir die Bewertung von TPRs und deren Bedeutung für die Vermögensposition der Anteilseigner bei einem Aktienrückkauf per Tender-Offer allgemein gültig und parallel zum Fall einer Kapitalerhöhung (mit Bezugsrechten) dar. Darüber hinaus zeigen wir, dass insbesondere unter den Bedingungen des deutschen Steuersystems die Ausgabe von TPRs stets zu einer Pareto-Verbesserung für die Aktionäre gegenüber einer einfachen Fix-Price-Tender-Offer führt. Aktiengesellschaften, die einen Rückkauf eigener Anteile durchführen möchten, wobei dieser nicht über die Börse erfolgen soll oder kann, sollten daher die Ausgabe von TPRs ernsthaft erwägen.